Mehlschwalben in Brachelen



Die Mehlschwalbe: Glücksbringer, Frühlingsbote, geliebt und gehaßt.

Die Mehlschwalbe ist eng mit unserer Kultur verbunden. Als Gebäudebrüter wohnt sie sozusagen als Untermieter in menschlichen Siedlungen. Es gibt sogar ein Sprichwort, daß unsere Verbundenheit mit ihr zeigt: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Als Langstreckenzieher überwintert sie in Afrika und kommt ab Ende März bis Mai an ihrem Brutplatz an.

Ihr Nest bauen sie überwiegend, im Gegensatz zu den Rauchschwalben, die ihre Nester in Räumen d.h. meist in Ställen anbringen, an den Außenflächen von Häusern. In der Regel haben sie zwei Jahresbruten. Als Nahrung dienen Fluginsekten.

Leider ist die Mehlschwalbe in ihrem Bestand stark rückläufig. Laut Rote Liste NRW ist sie in Kategorie 3 als gefährdet eingestuft. Die Gefährdungsursachen sind vielfältig, aber insbesondere Nistplatz- und Baumaterialmangel, Nistplatzzerstörung, Nahrungsmangel durch Insektenrückgang, aber auch Witterungsbedingungen haben zum Bestandsrückgang beigetragen.

Die folgende Aufstellung beschreibt die Brutsituation 2009 bis 2019 der Mehlschwalben in Brachelen:


Die besetzten Nester schwanken von 29 bis 62, wobei 2019 mit Abstand das beste Ergebnis zeigt.

Zu beachten ist jedoch, daß ich lediglich die Nester an der Straßenseite aufnehmen kann, nur in seltenen Fällen erhalte ich von den Anwohnern Informationen über die Hofseite.

Wenn ich an meine Kindheit denke, waren auf fast allen Straßen Mehlschwalbennester, heute sind sie lediglich auf folgenden Straßen zu finden: Annastraße, Hauptstraße,

Ritterstraße, Haus-Horrig-Straße, Südstraße, Schwarzer Weg, Linnicher Straße, Asternstraße, Kirchgrabenstraße, wobei die Annastraße mit Abstand die meisten Nester beheimatet.

Hoffentlich wird es auch in Zukunft viele schwalbenfreundliche Menschen in Brachelen geben, die den Mehlschwalben ein Zuhause bieten, denn was wäre ein Sommer ohne das Gezwitscher der Schwalben. Angelika Thomas

Literatur:

Bauer/Bezzel/Fiedler, Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas, 2. Auflage

Grüneberg C., Sudmann S., Herhaus F., Herkenrath P., Jöbges M., König H., Nottmeyer K., Schidelko K., Schmitz M., Schubert W., Stiels D., Weiss J., Rote Liste der Brutvogelarten NRW 6. Fassung, Stand 6/16, Charadrius 52, 1-66

Südbeck P., Andretzke H., Fischer S., Gedeon K., Schikore T., Schröder K., Sudfeld C., 2005 , Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands


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