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„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg

Kapbusch

Kapbusch

Bei dem Kapbusch handelte es sich ursprünglich um ein immenses Waldgebiet, das vom Ortsausgang Brachelen bis zur „Schanz“ in Oberbruch/Ratheim reichte und eine Fläche von etwa 2.000 Morgen umfasste. Hier waren unter anderem Hirsche, Wildschweine und Wölfe zu Hause. Der letzte Wolf wurde 1835 geschossen. Es war zeitweise das größte zusammenhängende niederrheinische Waldgebiet. Heute hat der Wald nur noch eine Größe von ca. 150 Morgen.

Der Allmendewald versorgte die Orte Brachelen, Hilfarth und Lindern mit Brenn- und Bauholz, lieferte die Rohstoffe für das Korbmacher- und Holzschuhhandwerk und diente der Gemeinschaft schließlich als Futterplatz für ihr Vieh. Die drei Orte bildeten, zusammen mit Tenholt, Gut Wedau und Großkünkel, eine Verwaltungs- und Gerichtseinheit, die „Bank Brachelen“.

Die Nutzungsrechte der Gemeinden und der Bewohner, den sog. „Beerbten“ und „Meistbeerbten“, am Wald regelte die „Kappenordnung“, die erstmals im Jahre 1476 niedergeschrieben wurde.

Innerhalb der Buschgemeinden kam es immer wieder zu Streitigkeiten, insbesondere zwischen dem „armen“ Hilfarth und dem wohlhabenden Brachelen über die Schonung des Waldes.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ersetzte die berufliche Spezialisierung mehr und mehr das Leben der Menschen als Selbstversorger, sodass immer weniger Leute ihr eigenes Vieh hatten und auf den Wald oder die Gemeinschaftswiesen angewiesen waren.

Schließlich wurde in einem langen Rechtsstreit auf Veranlassung der „Meistbeerbten“ der Wald unter den drei Gemeinden aufgeteilt. Brachelen erhielt 550 Morgen, Hilfarth 350 Morgen und Lindern den „Bremgensgriend“ von ca. 50 Morgen.

In der Folgezeit wurde der Wald größtenteils gerodet, sodass schon Ende der 1850er Jahre die einstige Lebensgrundlage vieler Menschen weitestgehend verschwunden war.

Heute ist der Rest des Waldes in Verbindung mit dem Kapbuschsee ein beliebtes Naherholungsgebiet.

(Keine zusätzlichen Informationen vorhanden)

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