

„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg
Kirche St. Gereon

Die erste urkundliche Erwähnung unserer Kirche stammt aus dem Jahre 1245 (s. Urkunde). Es ist jedoch als sicher anzunehmen, dass die Kirche deutlich früher existierte.
Die Kirche, so wie sie mit geringfügigen Änderungen bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bestand, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es handelte sich um eine dreischichtige spätgotische Hallenkirche mit einem ca. 75 m hohen sechsgeschossigen Westturm und einem dazugehörenden Treppenturm, der 1498 errichtet wurde und als einer der schönsten Türme im gesamten Rheinland galt. Der Grund für die außergewöhnliche Größe des Kirchturms, die sonst nur in Städten zu finden ist, war, dass die tief im Rurtal liegende Kirche als „Mutterkirche“ auch für die zum „Kirchspiel“ gehörenden umliegenden Orte Hilfarth und Lindern weithin sichtbar und ihr Glockenklang zu hören sein musste. Deshalb wurde der Turm höher gebaut als üblich. Zudem war der Bau sicher auch ein Symbol des Selbstbewusstseins der Bevölkerung und repräsentierte die Bedeutung und Größe Brachelens in der damaligen Zeit. Darüber hinaus diente der Turm auch dazu, in unruhigen Zeiten sein Hab und Gut dort unterzubringen. Er war Wehrturm und soll auch Zehntscheune des Heinsberger Prämonstratenserordens gewesen sein. Nachdem die Kirche über Jahrhunderte allen Drangsalen und Kriegen widerstanden hatte, wurde sie im Zweiten Weltkrieg durch die SS am 6.12.1944 – dem Nikolaustag – in einer völlig sinnlosen Aktion zerstört. Übrig blieben nur der Chor, die Sakristei und ein Teil des Turms.
Der Wiederaufbau der Kirche zog sich trotz aller Bemühungen, insbesondere durch den damaligen Pfarrer Berrenberg, über einen Zeitraum von 20 Jahren hin. Von 1963 bis 1965 erfolgte der Bau unserer jetzigen Kirche nach Plänen des Mönchengladbacher Architekten Heinz Döhmen. Der alte Turm wurde leider nicht wieder in seiner ursprünglichen Höhe aufgebaut. Der jetzige hat eine Höhe von etwa 35 Metern.
Von der Innenausstattung der Kirche blieb erhalten: die fast lebensgroße Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert, eine Holzfigur der hl. Anna aus dem 14./15. Jahrhundert, die Madonnenfigur und der hl. Johannes Nepomuk – beide aus dem 18. Jahrhundert. Der Taufstein stammt von 1752.
Darüber hinaus befinden sich noch zahlreiche Grabsteine in der Kirche, von denen noch drei lesbar sind.
Aus der Zeit nach dem Krieg stammen die Klaisorgel von 1972 und die Glasfenster aus den Jahren 1969 und 1999 (Hubert Spierling/Glasmalerei Oidtmann, Linnich).
Den modernen Kreuzweg hat der Brachelener Kunsterzieher Kurt Lackmann († 1988) gestaltet.
Die Glocken unserer Kirche stammen aus den Jahren 1660 (Marienglocke, 1050 kg), 1743 (Johannesglocke, 630 kg) und 1924 (Gereonsglocke, 550 kg).

























