

„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg
Kemper Mühle (mittlere Mühle)

Von der mittleren Mühle, auch „Kemper Mühle“ genannt, ist von der eigentlichen Mühlenanlage nur noch das ehemalige Stauwehr erhalten, also das damalige Wehr, das den Teichbach aufstaute und so das Wasserrad antrieb. Stellen Sie sich auf die Brücke und ca. 10 m flussaufwärts sehen Sie die Reste des Stauwehrs mitten durch den Bach liegen.
Der Name Kemper Mühle ergab sich, weil die einzige Tochter des letzten Mühleneigentümers Johann Francken, mit dem Vornamen Paula, den Namen ihres Ehemannes Dominik Kemper trug.
Die mittlere Mühle wurde durch die Besitzer von Haus Horrig im 17. oder 18. Jahrhundert erbaut. 1818 wurde sie abgerissen und 40 m flussaufwärts aus massivem Stein neu aufgebaut.
1824 war sie als Getreide- und Ölmühle mit 2 Mahlgängen, 2 Ölpressen und einem unterschlägigen Wasserrad ausgestattet. Die Wasserkraft an dieser Stelle des Baches betrug 44 PS. Sie gehörte der Familie Francken, einer über Jahrhunderte angesehenen Kaufmannsfamilie aus Linnich, die auch zwischenzeitlich die „untere Mühle“ und die „Obergeld-Mühle“/oberste Mühle besaß.
Johann Reiner Francken war von 1836–1846 Bürgermeister in Brachelen.
In der Zeit der Besetzung des Rheinlandes durch Napoleon vermehrte die Familie Francken ihr Vermögen um ein Vielfaches durch enorme Getreidelieferungen an die Armee und errichtete daraufhin die Mühle in Brachelen. Die Materialien wurden, da es noch keinen Bahnanschluss gab, dazu mit Pferdefuhrwerken aus dem Antwerpener Hafen herbeigeschafft.
Die Zeichnung zeigt einen Bauplan aus dem Jahre 1883, in dem der damalige Mühlenbesitzer Heinrich Franken die Erweiterung und Verlegung des Mühl- und des freien Gerinnes sowie den Einbau eines neuen Wasserrades beantragt.
Bis 1935 wurde sie noch als Mahlmühle betrieben. Im 2. Weltkrieg wurde der Standort für Granatenproduktion genutzt und 1944 beschädigt. Die Mühle und die am „Kemperweg“ gelegene herrschaftliche Villa (s. Kemper Villa) der Familie Francken wurden nach dem Krieg abgebrochen und zu einem Wohngebiet entwickelt.










