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„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg

Jeete Eng

Jeete Eng

Der letzte Teil der Südstraße wird im Brachelener Volksmund „Jeeteeng“ genannt. Sehr wahrscheinlich kam es zu der Bezeichnung deshalb, weil früher in diesem Teil des Dorfes eher ärmere Familien lebten. Dies ist auch heute noch erkennbar an den recht schmalen, kleinen Häusern mit kleinen Grundstücken, die bis zum Bach reichen und sich vom übrigen Straßenbild im Dorf recht deutlich absetzen.

Die Leute, die hier wohnten, konnten sich keinen großen Viehbestand leisten, waren oftmals Tagelöhner, die den Landwirten und Korbmachern halfen, oder einfache Fabrikarbeiter in den örtlichen Papierfabriken. Um ebenfalls ab und zu in den Genuss von Fleisch zu kommen und insbesondere der Milch wegen, wurden in diesem Teil des Dorfes überdurchschnittlich viele Ziegen gehalten, die „Kuh des kleinen Mannes“, deshalb der Name „Jeeteeng“ (Ziegenende).

Die Ziege war genügsam, robust, preiswert in der Unterhaltung und brauchte nicht viel Platz. Ziegen wurden oft am Straßenrand an einen Pflock (dr „Tödderhoot“) angebunden, kamen also mit recht wenig Futter aus und konnten von Kindern oder älteren Leuten leicht beaufsichtigt werden. Der Dung des Tieres wurde im Garten gebraucht, ebenfalls das Fell verwertet.

Nach unserer Dorfchronik gab es im Dorf beispielsweise im Jahre 1832 70 Ziegen (und 960 Stück Rindvieh), im Jahre 1907 dagegen 457 Ziegen (und 1057 Stück Rindvieh).

Ebenso wie die Landwirtschaft auf dem Rückzug ist, ist die Ziege aus dem Dorfbild schon lange verschwunden.

In Gedenken an die Bedeutung der Ziege gerade hier im Oberdorf errichtete die VdK (Verein der Kriegsversehrten), Ortsgruppe Brachelen, im Jahre 2013 diesen gemütlichen Treffpunkt, der seitdem ständiger Anlaufpunkt für die Anwohner, aber auch Fahrradfahrer geworden ist.

Ehrenamtlich errichtet und gepflegt wurde und wird die Anlage seit vielen Jahren von Karl Lengersdorf, Berthold Bauer, Gerhard Meesen, Hans Willi Dohr, Werner Heinrichs, Hans-Gerd Schunk, Jürgen Buttler und Horst Kleist.

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