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„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg

Haus Blumenthal

Haus Blumenthal

Die ehemalige Wasserburg wurde erstmals im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich deutlich älter. Hinweise gehen auf das 9./10. Jahrhundert zurück.

Im Jahre 1546 wurde Johann von Blumenthal, von dem das Haus bis heute seinen Namen trägt, von Herzog Wilhelm V. mit der Burg belehnt. Johann von Blumenthal war Jülicher Geheimrat, Amtmann zu Wassenberg und Lülsdorf sowie Gesandter des Reichstages und wurde von Kaiser Karl V. in den Adelsstand erhoben.

Im Wege des Erbganges ging Haus Blumenthal Anfang des 17. Jahrhunderts auf das Adelsgeschlecht der von Gruithausen über und verblieb in dieser Linie bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Allerdings war der Besitz zu dieser Zeit schon unter zahlreichen Erben aufgeteilt, die mannigfache zerstörerische Umbauten am Haus vornahmen.

Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte zu den Erben auch eine Familie Esser, die sich bemühte, den Besitz wieder zusammenzuführen, indem sie den übrigen Erben ihre Anteile abkaufte. Franz Busch heiratete zu dieser Zeit die Tochter von Johann A. Esser. Seitdem war das Anwesen im Besitz der Familie Busch.

Zur Zeit des Johann von Blumenthal hatte das Rittergut eine Größe von 132 Morgen (= ca. 35 Hektar). Dazu gehörten weiterhin fünf Mühlen und das „Wedauer Lehen“ (Gut Wedau). Heute beträgt die Größe noch ca. 4 Hektar.

Sehr gut erhalten ist insbesondere der im Jahre 1658 von Balduin Gisbert von Gruithausen erbaute Spätrenaissanceflügel mit Saalbau.

Nachdem das Rittergut ursprünglich als Festung und Wohnhaus gedient hatte, wurde es nach der Aufteilung unter den Erben unterschiedlich genutzt, vornehmlich weiterhin als Wohnhaus, aber auch als Gasthaus, Gerberei und Korbmacherei.

Vielen in Erinnerung ist noch die Nutzung als „Lichtspielhaus“ (von 1933 bis 1982).

Der Sohn des im Jahre 2015 verstorbenen Josef Busch, Thomas, verkaufte Haus Blumenthal im Jahre 2020 an einen Investor, der allerdings nur sehr schleppende Umbaumaßnahmen in Gang setzte, die seit geraumer Zeit vollständig zum Erliegen gekommen sind. Das ehemals herrschaftliche Haus steht nun vor einer ungewissen Zukunft.

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