top of page

„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg

Friedhof

Friedhof

In unserem Kulturkreis befanden sich die Friedhöfe, jedenfalls seit der Christianisierung, ursprünglich im geweihten Bereich der Kirche, damit man so nah wie möglich bei den Heiligen war, daher auch der Name Kirchhof. Die sozialen Unterschiede zu Lebzeiten setzten sich dabei nach dem Tode fort. Nur die Wohlhabendsten konnten sich eine Grabstätte in der Kirche leisten. So findet man in unserer Kirche noch heute u.a. die Grabstätten der von Gruithausens und derer von Olmissen. Entweihte, Bettler, Selbstmörder etc. wurden außerhalb der Friedhofsmauern begraben.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse waren, so auch in Brachelen, Gebeinhäuser erforderlich. So konnte man die Überreste der Verstorbenen dort lagern und hatte Platz für neue Grabstätten.

In der Zeit von 1794 bis 1814 führten die Franzosen insbesondere aus Hygienegründen erstmals eine staatlich geregelte Bestattungspflicht ein, und ab 1815 wurde diese von den Preußen übernommen. Diese Pflicht bestand unabhängig von der Kirche und war Aufgabe der öffentlichen Ordnung. So wurde auch das „ewige“ Grabrecht durch eine zeitliche Befristung abgelöst. Bis dahin war es Sache von Kirche, Familie und Dorfgemeinschaft, die Toten zu begraben.

Der Friedhof wurde in zwei Schritten außerhalb bzw. an den Rand des Dorfes verlegt. 1880 wurde zunächst Entlastung geschaffen durch die Einrichtung eines Kinderfriedhofes auf dem Grundstück an der Ecke Linnicher Straße/Aachener Gracht. Im Jahre 1908 wurde dann der erste Teil unseres jetzigen Friedhofes erschlossen, auf dem sich auch eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit 15 Einzelgräbern befindet. Im Mai 1909 wurde der alte Friedhof an der Kirche geschlossen und der neue seiner Bestimmung übergeben. 1938/1939 kam der mittlere Teil hinzu. Schließlich erfolgte Mitte der 1960er Jahre die letzte Erweiterung um den oberen Teil für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges mit insgesamt 68 Einzelgräbern.

Die ursprüngliche Friedhofskapelle und das Leichenschauhaus aus dem 19. Jahrhundert, das seitdem als Geräteschuppen benutzt wird, wurden Anfang der 1970er Jahre durch eine Friedhofshalle ersetzt, die über eine freie Betonglas-Komposition des Kunstglasermeisters Peter Thomas verfügt.

Der Friedhof ist heute nicht nur Ruhestätte, sondern bietet aufgrund seines mittlerweile parkähnlichen Charakters und des teilweise alten Baumbestandes durchaus auch einen hohen Erholungswert.

bottom of page