

„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg
Diebsweg Weg/Saure Benden

Die Verlängerung der Annastraße vom Ortsschild Brachelen an durch den Himmericher Busch bis zur „Waldesruh“ nannte man früher „Diebsweg“. Er wird auch heute noch in den Flurkarten so benannt.
Der Weg trägt seinen Namen deshalb, weil seinerzeit die Diebe und Kriminellen von Jülich aus über diesen Weg bis nach Maastricht gebracht wurden. Auch die Täter aus Brachelen wurden über diesen Weg nach Heinsberg geführt, wenn es sich nicht um kleine Vergehen handelte. Diese konnten im Ort geahndet werden, wozu sich in der Nähe des alten Rathauses am Markt ein Pranger befand.
Die Überstellung der Übeltäter erfolgte durch einen wichtigen Vertreter des Bürgermeisters, den Boten – früher „Bott“ oder „Bode“ genannt –, der am Scherpenberg wohnte. Gegebenenfalls leisteten die Schützen ihm Amtshilfe. Der Bürgermeister hieß im 17. Jahrhundert noch „Statthelder“ und ab ca. 1650 „Schultheiß“.
Am Diebsweg fanden sich ein großes Gräberfeld und Überreste römischer Bauwerke. Ebenso wurden zahlreiche römische Maultier-Hufeisen, Scherben von Urnen und Krügen, Steine und Dachziegel gefunden, die beim Pflügen zum Vorschein traten.
Der in der Nähe des Diebsweges gelegene Scherpenberg trägt wahrscheinlich aus diesem Grunde seinen Namen.
**Die Sauren Benden**
Als „Saure Benden“ bezeichnet man das Gebiet zwischen Kapbusch, „Baggerloch“ und Himmericher Busch. Der Name weist dabei auf das ursprünglich versumpfte und dadurch weitestgehend unfruchtbare Land in diesem Bereich hin. Auf einer Fläche von rund 80 der insgesamt ca. 110 Hektar war das Gebiet regelmäßig von der Rur überschwemmt.
Nach dem Krieg wurde mit breiter Mehrheit der beteiligten Gemeinden die Entwässerung zum Zwecke der Bewirtschaftungsfähigkeit in Angriff genommen. Das zu entwässernde Gebiet umfasste insgesamt eine Fläche von ca. 800 Hektar, wobei die Versumpfung in den Sauren Benden am größten war.
Die Arbeiten begannen im Juli 1955 und dauerten letztlich bis Anfang der 60er Jahre. In 10 Bauabschnitten mit einem kalkulierten Kostenaufwand von 2,6 Millionen DM wurden unter anderem Entwässerungsgräben gezogen und die Bachläufe Teichbach, Erlenbach und Wurm ausgebaut und begradigt.
Schon im Jahre 1959 konnten aufgrund der erfolgten Maßnahmen erste gute Ernteerfolge erzielt werden. Die ehemals mit mannshohem Schilf und Gestrüpp bewachsenen Benden waren fruchtbar geworden.
Hatte man seinerzeit bewusst in Kauf genommen, bestimmte Pflanzen- und Tierarten damit aus dem Gebiet zu vertreiben, so ist heute zu beobachten, dass Teile der Sauren Benden wieder der Natur überlassen werden, um so den ursprünglichen natürlichen Charakter wiederherzustellen.
(Keine zusätzlichen Informationen vorhanden)









