

„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg
Blumenthaler Kreuz/Bloate Pädche

Das Blumenthaler Kreuz wurde im Jahre 1706 von Maximilian Heinrich von Gruithausen, der seinerzeit auf Haus Blumenthal lebte, errichtet. Das Kreuz ersetzte die bis dahin hier befindlichen Sitzsteine mit drei Inschriften. Diese waren von Wilhelm von Blumenthal, dem ältesten Sohn des Namensgebers Johann von Blumenthal, errichtet worden, der dort auch eine Linde pflanzte.
Der Wortlaut der Inschriften war:
1. Siste viator lege – Bleib stehen, Wanderer, und lies
2. Viatori crucem, vicinis requiem – Dem Reisenden das Kreuz, dem Nachbarn Ruhe
3. Ecce viator aulica symbolum vita – Siehe, der reisende Höfling, ein Symbol des Lebens
Sie hatten folgenden Hintergrund:
Johann von Blumenthal stand in besonderer Gunst des Herzogs Wilhelm V. von Jülich („dem Reichen“) und hatte den Herzog unter anderem vertreten bei den Verhandlungen, die dem Venloer Vertrag vorausgingen, der im Jahre 1543 zwischen Kaiser Karl V. und Wilhelm V. unterzeichnet wurde und den Geldrischen Erbfolgekrieg beendete.
Außerdem hatte Johann von Blumenthal dem Herzog mehrmals durch erhebliche Darlehen geholfen. Dieser machte Johann zu seinem Berater und rief ihn an seinen Hof.
Als Johann von Blumenthal von einer Reise schwer krank nach Hause kam und sich zum Hof in Pempelforth bringen ließ, besuchte ihn der Herzog an seinem Sterbelager und versprach ihm, sich um seine noch minderjährigen Kinder zu kümmern. Dies erfolgte aber nie.
Der beim Tod seines Vaters im Jahre 1557 erst 10jährige Sohn Wilhelm hat dann später die Sitzbänke mit den 3 Inschriften erstellen lassen. Die erste Inschrift beinhaltete die Einladung, sich auszuruhen, aber auch die anderen Inschriften zu lesen. Die zweite Inschrift bedeutet: „Dem Wanderer ein Kreuz, dem Nachbarn eine Stätte der Ruhe“. Die dritte ist ein Hinweis auf die dargelegte Vorgeschichte und bedeutet: „Undank ist der Welten Lohn“.
**Blumenthaler Kreuz/Bloate Pädche**
**16 Ihr Standpunkt**
„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg
Ausführliche Information unter [www.heimatverein-brachelen.de](http://www.heimatverein-brachelen.de)
**Blatternpfad/Bloate Pädche**
Der rechts neben dem Kreuz befindliche Feldweg Richtung Himmerich ist das „Bloate Pädche“, der Blatternpfad.
„Blattern“ ist ein anderes Wort für Pocken. Der Weg trägt seinen Namen deshalb, weil am Ende des Weges, in der Nähe des Scherpenberges, ein oder mehrere Isolier- bzw. Siechenhäuser gestanden haben sollen. Da es sich bei den Pocken um eine ansteckende, gefährliche Infektionskrankheit handelt, hatte man in Zeiten, in denen noch keine Impfungen bekannt waren, die Leute dorthin verbannt und ihnen verboten, mit der übrigen Bevölkerung Kontakt aufzunehmen. Auch andere „Aussätzige“ mussten dort wohnen. Die Betroffenen trugen oftmals den Namenszusatz „Leprosus“ und sind so auch in der Pfarre registriert worden.
Die Kranken hatten angeblich im Hause an einer Glocke eine Schnur befestigt und diese über den Diebsweg (Station 18) gespannt. Wenn ein Wanderer diese Schnur berührte, ertönte die Glocke und gab damit ein Zeichen, dass ein Wanderer nahte. Die Aussätzigen kamen dann hervor, um ein Almosen zu fordern.
Später dienten die Häuser auch als Unterschlupf für zwielichtige Gestalten und Räuberbanden.
Im Jahre 1712 wurde das Siechenhaus meistbietend verkauft.







