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Der Bergerhof

Jean Burggraef (+ 1941) führte mit seinen Gesellen auf der Hauptstraße im Haus neben der Gaststätte Voegels eine gut gehende Schlosserei. Er war verheiratet mit Marie Wolf, die sehr eng befreundet war mit seiner 4 Jahre jüngeren Schwester Louise Burggraef, die 1899 Ehefrau von Kaspar Schüngeler wurde, der auf der Hauptstraße gegenüber ein Geschäft hatte.

Jean war ein reicher Mann und unter anderem auch Eigentümer des großen Wiesengrundstückes neben Haus Berg am Teichbach – des sog. „Bergerhofes“. Ursprünglich hatte zu diesem Grundstück auch die schmale Wiese zum Kloster hin gehört. Sie musste allerdings einmal  zur Begleichung einer Spielschuld an den Bauern Horn abgetreten werden.

Als im Krisenjahr 1923 die Geschäfte für die Schlosserei schlecht liefen und es keine Aufträge gab, machte Jean Burggraeff seinen Arbeitern den Vorschlag, zu einem geringeren Lohn im Wiesengelände am Bach einen Park mit Fischteichen, Laubengängen und einem kleinen Steinhaus anzulegen. Die Alternative wäre ihre Entlassung gewesen.

So entstand am „Bergerhof“ der großzügig angelegte „Freizeitpark“, in dem die Brachelener Herrschaften flanieren und feiern konnten.

Als in den 30er Jahren die Kampagne „Luftschutz tut Not“ ins Leben gerufen wurde, ließ Jean Burggraeff im Park den Nachbau einer Fliegerbombe aufsetzen, die erst Anfang der 60er Jahre von ihrem Sockel gestoßen wurde.

Nach dem Krieg war von der liebevoll gepflegten Herrlichkeit am Bach nur noch eine Mondlandschaft übrig  geblieben: Die Teiche waren zerstört, und beim Kampf um den Übergang über die Rur hatte auch einige Bomben das Gelände getroffen und tiefe Trichter hinterlassen.

In den Jahren der Trümmerbeseitigung und des Wiederaufbaus wurde fast der gesamte Kriegsschutt des stark zerstörten Dorfes von Bauern mit Pferdewagen in die ehemalige Parkanlage gekarrt, wo der Schwiegervater von Hans Schüngeler, Hermann Brendgens und sein angenommener Sohn Peter Franken mühsam mit Schubkarren und Vierzahn-Rechen die Trümmer verteilten und planierten. Anschließend kam eine dünne Schichte Mutterboden über Steine, Holz, Schuhe, Drähte, Eisen, Porzellan usw.

Da die Ehe von Jean und Marie Burggraeff kinderlos geblieben war, hatten sie den Jüngsten der 7 Schüngeler-Brüder, Hans, wie ein eigenes Kind angenommen. Und auf vielfältiges Drängen hin übertrug Marie Wolf, die seit 1941 Witwe war, die „Wiese“ ihrem Ziehsohn Hans, damit er dort mit seiner jungen Familie ein Haus bauen durfte – als Erweiterung des „durch Kriegseinwirkung beschädigten“  bestehenden kleinen Steinhauses. Nach dessen Fertigstellung wohnten  darin Hans und Sophie Schüngeler mit ihren Kindern Heribert und Helmut sowie Hermann und Berta Brendgens mit den beiden als Waisen „angenommen“ Kindern Peter und Hilde Franken, später verheiratete Burg.

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