

„Brokele te Voot“ – Dorfwanderweg
Gut Wedau

Ebenfalls wie Haus Horrig, Blumenthal und Berg war auch Gut Wedau ein ehemaliges Rittergut.
Der Name wird zweierlei gedeutet. Die einen haben „wede“ aus dem Mittelniederdeutschen mit Holz = Wald übersetzt und „au“ mit „am Wasser liegendes Gebäude“, somit mit „Au am Wald“.
Andere haben herausgefunden, dass Wedau im 15. Jahrhundert „Waidtauwe“ oder „Widtauwe“ genannt wurde und sich über „Weduwe“ schließlich in Wedau gewandelt hat und sich der Name von der Waidpflanze ableitet, die hier ehemals zum Betrieb der Waidmühlen angebaut wurde. Fest steht, dass das Gut seinen Namen nicht von seinen Lehnsherren ableitet, sondern von der Umgebung.
Gut Wedau stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Es war im Mittelalter von bedeutender Größe und Wert. Für 1592/1598 ist eine Größe von 140 Morgen Ackerland genannt, zuzüglich einer „Waldgerechtigkeit“ in der Form „Eckerngerechtigkeit“ für 16 Schweine. Für 1788 ist der Wert mit 21000 Talern benannt. (Zum Vergleich: Haus Horrig 22500 Taler, Blumenthal 13400 Taler, Großkünkel 7500 Taler.)
Ursprünglich gehörte zu Gut Wedau wohl auch der spätere Kammerforst des Hauses Heinsberg, der Wedauer Busch. Dieser lag nordwestlich des Öldrieschs und war ein ca. 203 Morgen großer Eichenwald. Ebenso wie der Kapbusch (s. dort) wurde auch der Wedauer Busch „rechtlich entflochten“, als das Interesse an der gemeinsamen Nutzung Anfang des 19. Jahrhunderts nachließ. Die Gemeinde Brachelen erhielt ein Fünftel des Waldes für das ihr zustehende Weiderecht, die Eigentümer den Rest. Der Wald wurde in der Folgezeit vollständig gerodet.
Es wird vermutet, dass Gut Wedau nicht immer den jetzigen Standort hatte, da sich ca. 500 Meter südwestlich von Gut Wedau ein von Wassergräben umgebener Hügel befand, der 1923 eingeebnet wurde.
Gut Wedau ist insbesondere durch Erbschaft und Heirat durch zahlreiche Hände gegangen.
Gut Wedau brannte im 2. Weltkrieg nahezu vollständig aus, wurde aber nach dem Krieg wieder aufgebaut und erweitert. In den 1960er Jahren wurde versucht, einen Altersruhesitz für betagte ältere Bürger auf Gut Wedau einzurichten. Dafür wurde es aufwendig umgebaut mit Bädern und Heizung. Das Projekt scheiterte jedoch, weil der Ort relativ abgelegen war und Hochwasser den Zugang regelmäßig erschwerte.
Sodann wurde das Gut landwirtschaftlich genutzt, u. a. wurde hier Pferdezucht betrieben. Seit 2003 wird Gut Wedau als Wohnhaus genutzt.
(Keine zusätzlichen Informationen vorhanden)

























